Orte durch einen Claim für sich beanspruchen

Abgelegt von Sascha Schoppengerd, am Freitag den 10.12.2010 um 09:29 Uhr

Egal ob Gowalla, Foursquare oder Facebook Places bei allen großen Anbietern für Location Based Services habt Ihr die Möglichkeit, einen Ort durch einen “Claim” für euch selbst zu beanspruchen. Aber was ist das eigentlich ein “Claim”?

Den Begriff “Claim” kann man eigentlich ganz gut mit den bekannten Geschichten über die Goldsucher Alaskas aus dem 18. Jahrhundert erklären, denn ähnlich wie man sich damals durch einen “Claim” ein Schürfrecht für ein bestimmtes Fleckchen Erde sichern konnte, habt Ihr heute bei allen Anbietern von Location Based Services die Möglichkeit die Rechte an einen bestimmten Ort für euch zu sichern.

Ein solcher Ort könnte z.B. euer Cafe, eure Kfz-Werkstatt oder auch euer Bürogebäude sein. Grundsätzlich versucht man jedoch auf Seiten der Anbieter zu verhindern, dass Orte unrechtmäßig mit einem “Claim” belegt werden und so müsst Ihr in der Regel nachweisen, dass Ihr tatsächlich autorisiert seit, den gewünschten “Claim” auszuführen.

Je nach Anbieter stehen euch dazu verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung. Während man bei Gowalla und Foursquare auf SMS, automatisierte Telefonanrufe oder auf den Abgleich mit öffentlichen Adresslisten setzt, bietet euch Facebook Places zusätzlich die Möglichkeit euren Rechtsanspruch mit Hilfe einer Domainauskunft, einer Telefonrechnung oder eines Handelsregisterauszugs nachzuweisen.

Problematisch kann es jedoch manchmal dadurch werden, dass die Dienste in der Regel vom Geschäftsmodell sehr auf die USA ausgerichtet sind und so war es für uns beispielsweise nicht möglich unseren “Claim” bei Foursquare via. Telefon auszuführen.

Stattdessen wurde uns vom Anbieter ein Brief mit einem Pin-Code an die hinterlegte Geschäftsadresse gesendet. In einem solchen Fall kann sich die Freischaltung eures “Claims” also auch mal gut 4 bis 5 Wochen hinziehen. Nur warum sollte man überhaupt seinen Anspruch auf einen Ort geltend machen?

1. Brand Protection

Das “claimen” eures eigenen Namens oder andere hochwertiger Keywords und Orte in den beliebtesten Social Networks verhindert, dass eure Marke oder euer Name praktisch von anderen Nutzern “entführt” wird und hilft euch sicherzustellen, dass nur Ihr die Inhalte der jeweiligen Online-Präsenz kontrollieren könnt.

Wartet also nicht, bis jemand anderes versucht unter eurem Namen eigene Inhalte zu verbreiten, denn dann ist es oftmals schon zu spät um richtig zu reagieren.

2. Sichtbarkeit in den Suchmaschinen

Die Erhöhung der Anzahl eingehender Links auf eure Website ist eine der effektivsten Möglichkeiten, um eure Präsenz in den wichtigsten Suchmaschinen zu erhöhen. Jeder Ort, der durch euch verwaltet und somit in der Regel auch verlinkt wird, bedeutet einen zusätzlichen eingehenden Verweis für eure Website.

3. Promotion und Kundenbindung

Zu den wichtigsten Gründe um einen “Claim” durchzuführen dürften aber zweifelsohne die erweiterten Möglichkeiten und Funktionen gehören, die einem nach erfolgreicher Freischaltung durch den Anbieter zur Verfügung stehen.

So habt Ihr bei allen Anbietern natürlich erstmal grundsätzlich die Möglichkeit zu eurem Ort weitere Informationen wie Öffnungszeiten, Leistungen usw. anzugeben, die dann jeweils auch für eure Kunden und Besucher auf der Profilseite angezeigt werden.

Darüber hinaus können “Rechteinhaber” jedoch auch verschiedene Promotion-Features nutzen. Das bedeutet, Ihr habt die Möglichkeit beispielsweise kleine Begrüßungstexte zu erstellen, die beim Check-in dann auf dem Smartphone erscheinen oder Ihr könnt umfangreiche Rabatt-Aktionen kreieren,  die einen Besucher beispielsweise für seinen 3. Besuch bei euch oder für einen Check-in mit mindestens 10 Freunden belohnen.

Die angebotenen Varianten sind hier jedoch ziemlich umfangreich und würden vermutlich noch 2 weitere Artikel füllen und daher empfehle ich euch als weiterführende Lektüre meinen Beitrag zum Thema Facebook Deals, den Ihr natürlich auch hier im Blog findet.

4. Erweiterte Statistiken

Auch wenn sich die Messbarkeit einer Social Media Kampagne nicht immer deutlich in Zahlen ausdrücken läßt, so bedeutet dieses natürlich nicht, dass Ihr ganz auf eine Auswertung eurer Aktivitäten verzichten sollt und daher stellen Foursquare und Facebook ihren Nutzen umfangreiche Statistiken zu den “geclaimten” Orten zur Verfügung.

Mit Hilfe dieser Tools könnt Ihr beispielsweise ermitteln, welche Nutzer am häufigsten in eure Orten “einchecken” und zu welchen Uhrzeiten dieses in der Regel geschieht. Angaben zur Aufteilung der Check-ins nach Geschlecht gehören darüber hinaus ebenso zu den Standard-Infos, wie die aktuelle Gesamtzahl der Check-ins.

Mein Fazit

Auch wenn der Aufwand für einen “Claim” je nach Anbieter etwas variieren kann, lohnt es sich aus meiner Sicht durchaus diesen Schritt zu gehen, denn selbst wenn Ihr momentan keine wirkliche Verwendung für diesen Ort habt und selbst dann, wenn Ihr aktuell keine Aktivitäten im Bereich der Location Based Services plant, könnt Ihr mit ein wenig Aufwand bereits heute die Weichen für die Zukunft stellen.

Foursquare verfügt weltweit beispielsweise über knapp 4 Millionen Nutzer und auch wenn der Anteil der deutschen Community mit ca. 20.000 Mitgliedern noch relativ gering ist, gibt es statistisch gesehen bereits alle 300m einen Foursquare-Ort auf der Landkarte.

Der kürzlich angekündigte Deutschland-Start des Unternehmens dürfte darüber hinaus für weiteren Zulauf auf der Plattform sorgen. Aber auch die knapp 13 Millionen deutschen Facebook-Nutzer sind meiner Meinung nach schon Grund genug, um sich mit dem Thema Location Based Services einmal eingehend zu beschäftigen.


Themen: Facebook Places, Foursquare, Gowalla

Reaktionen

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